Das Geld soll für neue Masken und gute Zwecke verwendet werden

Die Nanzenbacher Fastnachtsmännchen - eine weit und breit einmalige Tradition, die sogar Kinder aus den Nachbardörfern anlockt. Denn es hat sich herumgesprochen, dass man im ehemaligen Bergmannsdorf, am Fastnachtsdienstag, etwas Besonderes erleben kann. Eine lose Gruppe junger Männer trifft sich jedes Jahr und führt einen Brauch fort, der schon im vorletzten Jahrhundert bestand und in den 1960ern wieder neuen Aufschwung erlebte, wie einige Nanzenbacher Urgesteine wissen. Seit dem laufen sie durch das Dorf, klingeln an den Häusern, halten Autos und Fußgänger an oder fallen in den Geschäften ein. Die stummen gestalten, die bis zur Unkenntlichkeit maskiert und verkleidet sind, sammeln kleine Geldspenden, Wurst, Speck und eine ganze Menge Eier, die am Abend zu einem deftigen Eierkuchen gebacken werden. Die Geldspenden indes werden nach der Bezahlung aller Rechnungen aufgeteilt. So sollen aus dem Erlös die Grundschule und die Jugendabteilung des Sportvereins jeweils 200 Euro erhalten. Es wird aber auch in neue Masken, Kostüme, Accessoires und Aufbewahrungsmöglichkeiten investiert. Ein besonderer Dank geht an die Vogelschutzgruppe und den Obst- und Gartenbauverein, in deren Räumlichkeiten sich umgezogen und der Abend verbracht wurde.

Wer denkt, er hätte Jemanden erkannt, wird oft enttäuscht. Es gibt Familien, die den Männern Einlass gewähren, eine Zwischenmahlzeit und Getränke bereithalten. Der Dank dafür ist, dass die Masken, im wahrsten Sinne des Wortes, gelüftet werden. Dort tauscht man auch die Kostüme und Schuhe, um die Kinderschaar, die das Treiben im Dorf begleitet, zu verwirren. Selbst Kinder, die Ihren Vater in einem Kostüm vermuten, liegen meist falsch.

Die Kinder sind ein wichtiger Bestandteil des Treibens. Sie verfolgen das Treiben der Fastnachtsmännchen durch das ganze Dorf bis in die dunklen Abendstunden. Dabei werden Sie von den Männern gefangen, mit Schnee gewaschen, die Ohren langgezogen oder in Papiermülltonnen gesteckt. Manch halbstarker Bub treibt es auch mal bunt, fordert den Klapps auf den Hintern oder einen leichten Hieb mit dem Stock heraus. Für außenstehende sieht es mitunter brutal aus, doch hier soll niemand verletzt werden, denn es ist und bleibt ein Spiel aus Jägern und gejagten, die mehrfach die Rollen tauschen. Im Vergleich zu früher, als der Henker mit der Peitsche kam oder auch mal eine Eisenkette durch die Luft geschwungen wurde, ist heute alles viel harmloser. Manch einer wünscht sich auch die alten Zeiten zurück, als man als Kind wirklich noch Angst hatte, den Fastnachtsmännchen zu nahe zu kommen.

Im nächsten Jahr geht die Jagt wieder los, am Faschingsdienstag ab 13:00 Uhr.