2019 02 01 madinah uh 01Einen weit gereisten Gast hatte jetzt vier Tage lang die Nanzenbacher Grundschule: Madinah aus Uganda. Regulär ist sie dort Schülerin der Kampala View Private School. Diese war 2014 von dem Biedenköpfer Lehrer Frank Klein gegründet worden. Seitdem ist er auch deren Leiter.

Julia Höhl, die Nanzenbacher Grundschulleiterin, hatte gleich in deren Anfangstagen Kontakt mit dem Kollegen aus dem Hinterland aufgenommen. Ihn materiell zu unterstützen, war das Anliegen. Das Projekt nahm bald konkrete Formen an. Die Schulgemeinde unter dem Hübschbeul entschied sich für eine dauerhafte Patenschaft für Madinah.

Seitdem wurden Monat für Monat um die dreißig Euro überwiesen – ein Betrag, der ausreicht, um dem inzwischen 14jährigen Mädchen das Schulgeld, die täglichen Mahlzeiten und auch die Schuluniform zu finanzieren.

Den Kontakt zwischen den Nanzenbacher Grundschülern und dem Mädchen aus dem Herzen Aufrikas wurde seitdem mit Briefen und manchmal auch mit kleinen Geschenken gepflegt. Für deren Transport hin und her sorgte Frank Klein bei seinen regelmäßigen Flügen nach Uganda.

Im Herbst reifte der Gedanke, Madinah zu ihren Unterstützern nach Deutschland einzuladen. Nachdem manche Hürde bei den Behörden sowohl in Uganda als auch in Deutschland überwunden werden konnte, trat sie diese an, als die großen Ferien in ihrem Heimatland begannen. Diese dauern dort den ganzen Dezember und den Januar über.

Die meisten Tage war sie zu Gast bei Frank Kleins Familie. Während ihres Besuchs in dem Dillenburger Stadtteil fand sie hier für drei Nächte ihre Gastgeber.

Für die junge Afrikanerin war die achtwöchtige Reise der absolute Höhepunkt in ihrem bisherigen Leben – eine Zeit, die sie unbeschwert und sorgenfrei genießen konnte. Am 8. Februar verließ sie Deutschland wieder. Ob ihr Wunsch, diesen Trip eines Tages wiederholen zu können, jemals in Erfüllung gehen wird, steht derzeit freilich in den Sternen.