Gründungsjahr: 1964igf-nanzenbach

Mitglieder: 443 (Stand: 01.04.2013)

Vorstand (18.03.2016):

1. Vorsitzender  - Rolf Schönberger
2. Vorsitzender  - Jens Feierabend
Schriftführer  - Detlef Horch
1. Kassenführer  - Manuel Bremicker
2. Kassenführer  - Bruno Müller
Technische Berater  - Achim Horch, Mario Domes
Beisitzer  - Andre Quandel, Andreas Boldt, Friedrich Schäfer

 

 

 

 

 

 

Aufgaben und Ziele:

Die Ermöglichung eines gemeinschaftlichen Fernseh- und Radioempfangs für alle Bewohner Nanzenbachs und damit verbunden den Bürgerinnen und Bürgern den Weg in moderne und zukunftsfähige Kommunikation wie schnelles Internet zu bieten, ohne den historisch einmaligen und wertvollen Charakter der Hauptstraße zu zerstören.

Wer und was ist der IGF und welche Bedeutung hat er für Nanzenbach?

Historie:

Gegründet wurde der Interessenverband Gemeinschaftliche Fernsehempfangsanlage Nanzenbach e.V. am 01. Juni 1964 weil der Empfang von Fernseh- und Rundfunksignalen wegen der engen Tallage von Nanzenbach mit herkömmlichen Antennen kaum möglich war. Unter Führung von H. Schulz, Emil Kerstin und Wolfgang Konietzko wurde der IGF gegründet. Die erste Gemeinschaftsantenne wurde auf dem Hübschbeul gebaut. Nach reger Teilnahme wurde später auf dem Wissenbacher Berg eine neue verbesserte Gemeinschaftsantenne errichtet. Über einen Hauptverstärker in der Schule wurden dann alle Teilnehmenden Wohneinheiten über „Freiluftkabeln verbunden

Die Betreuung, Wartung und Neuinstallation der Gemeinschaftsantenne und der Zuleitungen sowie die Installation in den Häusern wurde mit Unterstützung heimischer Fachbetriebe größtenteils in Eigenregie durchgeführt.

Diese Versorgung war jedoch anfällig und im Laufe der Jahre nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Telekommunikation gewachsen. Alle Versuche eine externe Verbesserung der Situation durch einen Breitbandkabelanschluss oder einen Sendemast des  Hess. Rundfunks zu erreichen schlugen aus Kostengründen fehl. Als dann die Hauptstraße in Nanzenbach umfangreich erneuert und umgestaltet wurde, gleichzeitig der damalige Stromversorger EAM die bis dahin oberirdisch geführten Versorgungsleitungen unterirdisch verlegen wollte, entschloss sich der Vorstand des IGF kurzer Hand das Risiko einzugehen und ein eigenes Breitbandkabelnetz innerhalb des Ortes aufzubauen.

Nach anfänglicher Ablehnung durch die zuständigen Stellen der damaligen Deutschen Bundespost und erst durch Einschaltung der Bundestagsabgeordneten und des zuständigen Bundesministers willigte die Bundespost ein, Verhandlungen über eine Breitbandversorgung von Nanzenbach aufzunehmen.

Nach mühseligen und zähen Verhandlungen wurde dann vereinbart, dass die Post eine Kabelverbindung bis zum Übergabepunkt in Höhe des Aussiedlerhofes verlegt. Ab diesem Punkt muss der Kabelverein in Vertretung der Dorfbevölkerung das Kabelnetz in Eigenregie weiterführen.

In gleichzeitig durchgeführten Bürgerversammlungen hatten die Nanzenbacher ihre finanzielle und auch Arbeitsleistungen zugesagt. Jetzt wurde die Tragfähigkeit und Zusammenhalt der dörflichen Gemeinschaft ersichtlich. Ob Kabelgraben, Muffe oder Hausinstallation jeder der wollte und konnte wurde angestellt seine Fähigkeiten in den Dienst des Dorfes zu stellen. Nach Abschluss der Hauptstraße wurde in Zusammenarbeit mit der damaligen Deutschen Bundespost und EAM (beide legten ihre Kabel auch in die Erde) Straße für Straße verkabelt und die Hausanschlüsse fertiggestellt.

Für die Bürger von Nanzenbach begann das Zeitalter der Programmvielfalt. Endlich konnte man auch mitreden. Man war aktuell noch besser man war vielen sogar voraus. Durch Mitglieder der IGF wurde den jeweiligen Hauseigentümer auch Hilfe beim Anschluss der Hausgeräte und Einstellen der Fernsehprogramme gewährt.

Im Oktober 1989 war es dann geschafft, Nanzenbach war verkabelt. Der Anschluss für Jahre gesichert. Laufende Wartungsarbeiten, Neuanschlüsse, Reparaturen nach Schäden durch Baumaßnahmen etc. beschäftigten den Vorstand jedoch weiterhin. Auch die Erweiterungen im Neubaugebiet forderten den Vorstand erneut heraus. Untätigkeit war nicht angesagt. Auch sogenannte „normale Jahre“ verlief nicht ohne lebhafte Diskussionen. Der Kabelversorger wechselte erst von der Deutschen (Bundes-)Post zur Deutschen Telekom AG und ist derzeit im Besitz der Unitymedia Kabel BW GmbH. Jedes Mal gab es neue Ansprechpartner und neue Regelungen. Jedes Mal musste der Vorstand energisch die Interessen von Nanzenbach vertreten.

Dieser zeichnete sich Jahrelang durch eine Kontinuität aus. Nachstehende Personen gehörten dem Vorstand mindestens 10 Jahre an (in alphabetischer Reihenfolge, Stand: 01.04.2013):

-            Werner Braun (12 Jahre)
-            Karl Hartmann (16 Jahre)
-            Achim Horch (10 Jahre)
-            Manfred Horch (23 Jahre)
-            Wolfgang Konietzko (23 Jahre)
-            Rudi Limmert (15 Jahre)
-            Bruno Müller (29 Jahre)
-            Theo Nickel (34 Jahre)
-            Thomas Reeh (14 Jahre)
-            Friedrich Schäfer (11 Jahre)
-            Rolf Schönberger (11 Jahre)
-            Erwin Schorn (31 Jahre)
-            Rudolf Teutsch (14 jahre)
-            Dieter Weil (22 Jahre)

Die technische und insbesondere die Kommunikationstechnik gehen rasant weiter. Der herkömmliche analoge Fernsehempfang durch Antenne und Kabel wird durch Satelittenempfang ergänzt. Die Programmanbieter steigen rasant an. Die über Jahrzehnte üblichen Festnetztelefone werden durch mobile Handys und Smartphone ergänzt bzw. ersetzt. Die Bildqualität bietet neben analog auch digital und HD-Empfang an. Das Internet bekommt eine immer größere Bedeutung. Für die Wirtschaft ist es zu einer unverzichtbaren Größe geworden. Auch immer mehr Privathaushalte wollen auf eine schnelle Internetverbindung nicht verzichten. Die Geschwindigkeiten werden immer schneller und damit auch die Vielseitigkeit der Nutzung.

Wie konnte sich Nanzenbach diesem Trend anschließen?

Nanzenbach war zweigeteilt. Fernsehen und Radio kommt über einen Kabelversorger. Telefon und Internet über Telefonkabel und damit über diverse Anbieter. Netzbetreiber ist die Dt. Telekom AG. Über diese Leitungen ist die Geschwindigkeit jedoch gering. Anfragen zwecks Ausbau und Erhöhung scheiterten an zu hohen Kosten.

Der Kabelverein schaltete sich ein. Gemäß ihrem Ziel den Bürgern eine zeitgemäße Technik zu ermöglichen, wurden drei Variationen erwogen:

a)      Ausbau und Ergänzung des vorhanden Breitbandkabelnetzes

b)      Eigene Satelittenempfangsstation

c)       Kostenbeteiligung am Telekomnetz und dadurch höhere Leistungsgeschwindigkeit

Nach Vorlage und Abwägung aller kosten und zukunftsfähiger Tragfähigkeit wurde sich für Variation a) entschieden.

Da auch diese Variation mit erheblichen Kosten verbunden war, mussten zähe und langwierige Verhandlungen mit dem Anbieter Unitiymedia geführt werden. In 2009 konnte dann ein Vertrag abgeschlossen werden, der den Bürgern sowohl den herkömmlichen Fernsehempfang erhält und verbessert, als auch den interessierten einen hochwertigen Internetanschluss ermöglicht. Der IGF wird weiterhin sein Kabelnetz behalten und auch die Zuständigkeit für Fernseh- und Radioempfang. Für Internet und auch Telefon wird Unitymedia der Ansprechpartner unter Vermittlung des IGF.

Die Investitionskosten wurden vorab aus den Vereinsrücklagen getragen und nachträglich durch Beiträge der Nutzer teilweise ausgeglichen.

Was 2009 noch eine geringe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verursachte, ist mittlerweile zu einem absoluten Hit geworden. Schnelles Internet ist ein „Muss“. Die meisten der umliegenden Gemeinden und Städte versuchen mit Hochdruck ein schnelles Internet zu bekommen. Eine Breitband GmbH soll gegründet werden, Viel Geld soll ausgegeben werden, damit unser Gebiet nicht die Zukunftsfähigkeit verliert. Auch die Kommune die uns in 2008 nicht unterstützte ist nun bereit anderweitig Geld zu investieren um ihren Bürgern und gewerbetreibenden ein allgemein gefordertes Internet Niveau zu bieten.

Nanzenbacher Bürger und an Ihrer Spitze der IGF hatten hier ein besseres Gespür hinsichtlich der Zukunftsentwicklung.

Der Verein hofft, dass alle Nanzenbacher auch weiterhin tatkräftig zu „ihrem IGF“ stehen. Denn am Beispiel des Kabelvereins kann man ersehen, was eine dörfliche Gemeinschaft erreichen kann, wenn sie zusammenhält, eine Vision entwickelt und diese von allen Bürgern nach jeweiliger Fähigkeit unterstützt wird.

Quelle: Präsentationsmappe - Beiträge zum Wettbewerb "Unser Dorf" 2005
Status: Aktualisiert von Bruno Müller 2013